Stressfall offene Fonds: Mehr LMTs – was bringen sie?

Shownotes

In der neuen Podcast-Folge „Nachdenken“ spricht Thomas Richter mit Peggy Steffen, Leiterin Risikomanagement beim BVI, über die Einführung neuer verpflichtender Liquiditätsmanagement-Instrumente (LMTs) und deren Bedeutung für das Risikomanagement in offenen Fonds. Im Fokus steht die Frage, welche Instrumente KVGs künftig einsetzen sollen, um in Stressphasen handlungsfähig zu bleiben. Dabei geht es auch um die Auswirkungen auf institutionelle Anleger, Besonderheiten bei offenen Immobilienfonds und ELTIFs sowie die komplexe Abstimmung zwischen Aufsicht, Regulierung und Marktpraxis.

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00:00:13: Hallo und herzlich willkommen liebe Zuhörerinnen und Zuhörer zu unserer neuen Podcastfolge.

00:00:19: Ich habe heute ein ganz spannendes Thema, spannend deswegen weil es uns alle betrifft in der Branche und weil es erheblichen Zeitdruck gab um das umzusetzen was ich jetzt gleich besprechen werde mit Peggy Steffen unsere leiteren.

00:00:32: Risikomanagement und das Thema heute sind Liquiditätsmanagement-Instrumente kurz LMT's.

00:00:39: hallo Peggy!

00:00:41: Letzten Endes kamen die LMTs und dann nochmal ein bisschen auszuholen über das Fonds Risikobegrenzungsgesetz.

00:00:48: Das Fonds-Risiko Begrenzungsgesetz ist ein Gesetz, dass wir immer sehr begrüßt haben.

00:00:52: Wir haben das sehr stark auch daran mitgearbeitet, dass es so kam bis jetzt gekommen ist.

00:00:58: Und da gibt's eine ganze Reihe von wichtigen Neuerungen.

00:01:00: Eine zum Beispiel sind der einheitliche Rechtsrahmen für kreditvergebende Fonds unter anderem aufsichtsrechtlichen Angleichungen im Meldewesen von AEFs und OGAFS, das sind alles Dinge die wir schon lange gefordert haben.

00:01:14: Aber heute geht es in allererste Linie mal in unserem Gespräch um das Thema Risikomanagement und da insbesondere um die LMTs.

00:01:24: Das Ziel von LMTS ist klar.

00:01:26: Es geht darum In Stressphasen in denen die Liquidität eng wird Mittel der Vorgesellschaft an die Hand zu geben die milderen Maßnahmen darstellen als eine vorübergehende Fondschließung.

00:01:41: Das sollte natürlich als Worst Case verhindert werden und deswegen gibt es jetzt diese Liquidität Management Tools.

00:01:51: Seit April XXVI ist der Werkzeugkasten also Größe, welche LMTs stehen den von Gesellschaften seit April zur Verfügung?

00:02:02: Insgesamt haben wir einen relativ breiten Kasten, der zur Verfügung steht.

00:02:07: Voraussetzung ist aber jetzt aufgrund der gesetzlichen Vorgaben dass die von Gesellschaften für alle offenen Fonds mindestens zwei LMTs auswählen müssen.

00:02:16: und da ist der Katalog durchaus wieder beschränkt.

00:02:20: Da haben wir sogenannte quantitative LMTS.

00:02:23: dabei handelt sich um die Rücknahmebeschränkung also das so genannte Gating Die Verlängerung von Rückgabefristen, aber auch die Sachauskehr gilt dazu.

00:02:34: Und wir haben die sogenannten Anti-Dilution Tools also solche LMTs, die sich auf den Preis auswirken wie das Zwingpreising, das Duhelpreising ,die Rückgabegebühr und auch die sogenannte Verwässerungsschutzgebühren.

00:02:47: Also ich fasse jetzt zusammen es gibt zwei Arten von LMTs Quantitative und preisrelevante Enterdilusion Tools, wie beispielsweise Swing Pricing und Rücknahmegebühren.

00:03:00: Und es müssen immer zwei LMTs pro Fonds angewandt werden auch für Geldmarktfonds?

00:03:04: Für Geldmarkt-Fonds haben wir eine Ausnahme.

00:03:06: da kann die KVG sich entscheiden nur einen LMT zu nutzen.

00:03:10: Ganz ehrlich warum gibt's denn für Geldmarkfonds überhaupt die Vorgabe in LMTzuhaben?

00:03:15: Ja ich glaube man hatte so wirklich große Krisen im Blick oder solche Strukturen wo eben auch Große oder Anleger, große Anteile an Anfonds halten und man will eben dann sozusagen die verbleibenden Anlegerschützen und den rausgehenden Anlieger dann benachteiligen mit irgendwelchen Abschlägen.

00:03:35: Also wenn man solche Adities

00:03:36: darstellt... Es stimmt ja eigentlich!

00:03:38: Ich meine wir betrachten den Geldmarktfonds immer als Inbegriff der liquiden Geldanlage.

00:03:43: aber ich kann mich selbst noch erinnern im Jahr zwei Tausend und sieben waren Geldmarktsfonds massiv unter Druck Und standen vor der Schließung.

00:03:52: Also insofern schon verständlich, dass zumindest ein LMT auch bei Geldmarktfonds vorgesehen ist für alle anderen zwei.

00:03:59: und da wie gesagt die Unterscheidungen eben zwischen den preisorientierten und den Quantitativen.

00:04:05: Man muss natürlich auch noch ergänzen das Dual-Preising und Zwingpreising zusammen nicht als zwei LMTs anerkannt werden.

00:04:13: also Man darf dann nur eins von beiden nutzen, sodass da eben auch nochmal der Katalog ein bisschen eingeschoben

00:04:19: ist.

00:04:19: Es war ja mal diskutiert worden bei der ESMA dass ein Anti-Dilusion Tool immer dabei sein muss also das eines von den Beiden immer eine Anti-dilushentool ist.

00:04:32: Genau darüber wurde heißt diskutiert.

00:04:34: die ESMA hat aber in ihren Leitlinien festgehalten, dass man sozusagen bei der Auswahl der zwei LMTs am Ende zumindest auch ein ADT in Betracht ziehen muss.

00:04:47: Das heißt aber nicht, dass man dann auch zwingend einen ADT letztendlich mitvereinbaren muss.

00:04:52: Insofern steht es den Gesellschaften frei, zum Beispiel eine Sachauskehr und einen Gating festzulegen als Weipflichter.

00:05:00: Ja ist ganz gut das wir da mehr Flexibilität erreicht haben.

00:05:03: Warum war denn die SMS so hinter diesen ADLs her?

00:05:07: Ja gut, also aus meiner Sicht kam das nicht von der ESMA sondern wurde so ein bisschen getrieben von den Zentralbanken die in den ADTs einen Eilheimmittel gesehen haben für Liquiditätskrisen.

00:05:19: aber wenn man sich immer das genau anschaut.

00:05:22: Die wirken sicher letztendlich nur auf dem Preis aus und Anleger der raus möchte aus einem Fond.

00:05:28: Der wird dann auch den Preisaufschlag zahlen oder den Abschlag und rausgehen.

00:05:33: also richtig wirksam sind im Prinzip ja eigentlich dann in wirklich großen Krisen, dann das Gating oder die Verlängerung der Rückgabe frisst.

00:05:42: Das dürften auch die am häufigsten eingesetzten LMT sein?

00:05:46: Genau also wir haben jetzt keinen konkreten Überblick.

00:05:48: aber was wir so hören aus dem Markt sehen wir schon dass das Gatingswingpricing und die Rückgabegebühr und die Verlingerung der Frist die gängigsten Tools werden oder sind, die wir jetzt finden.

00:06:01: Erstaunlicherweise hat uns aber WM Datenservice auch mitgeteilt, dass sie in ihrer Dokumentation über tausend E-Sins für das Dual Pricing jetzt eingemeldet bekommen haben.

00:06:14: E-Seen heißt zwar nicht gleich Fong, aber im Prinzip fand ich da schon erstaunlich, dass auch das Dual-Pricing durchaus ein Tool ist.

00:06:21: Die

00:06:21: Umsetzung war ja für viele KVGs und auch ihre institutionellen Investoren sehr kurzfristig.

00:06:28: Was waren die größten Herausforderungen für unsere Mitglieder?

00:06:32: Ja, also die Kurzfristigkeit als solches.

00:06:35: Die Kommission ist ja erst Ende November zwanzig fünfundzwanzig mit den delegierten Verordnungen hervorgekommen nachdem die Esma bereits im April geliefert hatte.

00:06:47: das heißt wir wussten erst im November was zu beachten ist und Die Verordnungen sind dann auch tatsächlich erst Ende Februar veröffentlicht worden im EU-Armsplatz, sodass man faktisch eigentlich nur zwei Monate Zeit hatte, nicht mal zwei Monate sich auf die konkreten Prozesse einzustellen.

00:07:04: Also das war ein wesentlicher Aspekt.

00:07:07: und bei den Spezialfondsanlegern stellte sich natürlich auch die Frage, weil die Barfin gesagt hat, die LMTs müssen in den Anlagebedingungen vereinbart werden, steht ja auch so im Gesetz jetzt drin Braucht es denn einer Zustimmung der Anlieger?

00:07:22: Und auch da muss man sicherlich noch mal differenzieren, was die zivilrechtliche Wirksamkeit der Zustimmung betrifft.

00:07:29: Aber eben auch die aufsichtsrechtliche Frage.

00:07:32: und da hat die Barfing ganz klar gesagt Die KVG ist verpflichtet diese LMTS auszuwählen und in den Anlagebedingungen aufzunehmen.

00:07:41: Und sie müssen einsatzbereit sein zum sechzehnten April.

00:07:45: Die Frage der Zustimmung hängt natürlich dann von den Umständen des Einzelfalls ab, wie das in den Anlagebedingungen vereinbart ist mit dem Anleger.

00:07:53: Aber da sagt er die Barfin – die aufsichtsrechtliche Wirksamkeit hängt jetzt nicht von der Zustimmung ab so dass sie im Nachgang auch noch geliefert werden kann.

00:08:02: Dennoch ist es sehr aufwendig mit seinen Spezialfunkkunden jedes Mal ins Gespräch zu kommen und über die LNT's zu diskutieren.

00:08:10: Absolut, also die KVGs sollten bestenfalls auch schon viel früher mit den Anlegern drüber gesprochen haben.

00:08:18: Wir haben aber durchaus in der Praxis gesehen, dass dann einige institutionelle Anleger durchaus erst überrascht wurden kurz vor Schluss sozusagen, dann erst die Anlagebedingungen gesehen haben ohne das dann die einzelnen Prozesse erläutert worden.

00:08:32: Also da lief die Kommunikation vielleicht nicht immer hundert Prozent glatt.

00:08:37: In den besten Fällen hat man vorher schon drüber gesprochen, dass da was Neues kommt.

00:08:41: Jetzt ist ja der sechzehnte April schon vier Wochen her!

00:08:44: Sind denn alle fertig?

00:08:46: Nee noch nicht.

00:08:47: es sind tatsächlich noch Fragen im Raum und erwarten wir auch noch auf eine Kommunikation der BAFIN was gerade die Frage der aufsichtsrechtlichen Vorgaben für die institutionellen Anleger betrifft aus dem Versicherungsaufsichts Recht und auch in Bezug auf LCR-fähige Funks zum Beispiel.

00:09:07: Das hindert manche Funganleger schon noch hier vielleicht die Zustimmung zu erteilen, weil sie nicht genau wissen ob die Aufsicht da noch irgendwelche Vorbehalte hat.

00:09:18: Ob das zulässig wäre?

00:09:20: Wie lange dauern das noch bis die Barfin uns dabei mitteilt?

00:09:24: Also dass Rundschreiben sollte eigentlich schon vor dem sechzehnten April konsultiert werden.

00:09:29: Das wurde da schon angekündigt.

00:09:31: dann hieß es Ende März ja kurz nach sechzenthn April.

00:09:35: Jetzt warten wir immer noch, aber die Frage ist eben immer noch nicht ganz klar.

00:09:40: Wenn gleich die Barfin uns in den sogenannten Roundtables, die wir ja durchgeführt haben durchaus schon sehr frühzeitig mitgeteilt hat das gerade in Bezug auf die LCR-Fegenfonds es unschädlich sei die LMTs einzuführen und auch im letzten Roundtable Ende März war sogar die Versicherungsaufsicht mit anwesend Und auch die hat gesagt, im Grundsatz stehen die LMT's dem Grundsatzerversicherung also liquide zu investieren nicht entgegen.

00:10:11: Das Kapitalanlage-Rundschreiben was wir zur Anlage vor Ordnung haben das enthält da noch ein paar einzelne Aspekte aber die würden jetzt auch der Einführung der LMTs nicht entgeben stehen und insofern wäre es aber trotzdem schön so eine Aussage nochmal schriftlich zu lesen die dann noch offiziell von der Buffing kommt.

00:10:30: Lassen Sie uns nochmal über die Kundenseite sprechen, das sind zwei Dinge mir aufgefallen und das erste hat mich wirklich überrascht nämlich die Vorgabe dass zwei LMTs selbst bei ein Anlegerspezialfonds bestehen sollen.

00:10:46: also wenn ich nur einen Anleger habe warum soll nicht an zwei LMTS einführen?

00:10:51: Da bin ich wirklich drüber gestolpert!

00:10:53: Über die Sinnhaftigkeit dieser Regelung.

00:10:55: Der erste Aspekt ist natürlich, wir sind hier in Deutschland in einer besonderen Situation.

00:11:00: Wo wir eben den Spezialfonds haben, wo grundsätzlich oder regelmäßig nur eine limitierte Anzahl von Anlegern meistens nur ein Anleger investiert ist.

00:11:10: Diesen Funktyp kennt aber die EU-Richtlinie nicht und die stellt... Die kennt

00:11:14: nur AES?

00:11:15: ...die kennt nur AIF'S und wo man davon ausgeht dass ne Vielzahl von anlegern investiert is'.

00:11:22: Und deswegen hat man eben für solche Fälle LMTs entwickelt.

00:11:26: Wir hatten das versucht im Gesetzgebungsverfahren auf EU-Ebene auch noch einzubringen, dass man auf die Anlegerstruktur hier noch achtet – gerade im IF-Bereich bei professionellen Anlegern – aber das ist uns nicht gelungen und man hatte dann nur diese Ausnahme für Geldmarktfonds erarbeitet... Aber nicht für ein Anlegerspazierung?

00:11:45: Ja, sozusagen

00:11:46: einen Kollateralschaden für einen deutschen Sonderweg!

00:11:50: Genau, aber dafür hat man ja im Gegenzug weitere Vergünstigungen die man mit der Investition in Spezialfonds hat.

00:11:56: Ja

00:11:57: gut und umgekehrt dürfte es auch möglich sein mit diesem einzigen Kunden schnell zu einer Lösung zu finden.

00:12:03: Und die Frage ist ja wirklich wann wird man bei solchen Fondkonstruktionen tatsächlich ein LMT ziehen?

00:12:09: Also man steht ja doch einen sehr nahen Austausch mit dem Anleger und wenn Schwierigkeiten da sind stelle ich mir das nicht sehr schwierig vor.

00:12:17: Die zweite Frage, die sich mir aufgedrängt hat mit Blick auf den institutionellen Kunden ist die, dass diese institutionellen Kunden ja selbst reguliert sind und selbst Liquiditätsvorgaben erfüllen müssen.

00:12:30: Wie jetzt beispielsweise Banken, die Fonds wegen ihrer Liquidität für ihre Liquidity Coverage Ratio nutzen oder auch bei Versicherungsanlagen – die müssen ja auch gewisse Liquiditäts-Mindestanforderungen erfüllen.

00:12:45: Wie passt das denn jetzt zusammen, wenn der Instikunde nach seinen aufsichtsrechtlichen Vorgaben liquider sein muss als der Fonds, der illiquider wird durch die LMT's?

00:12:59: Wie gesagt hier wartet man noch auf die Aussage der Barfin, die ja grundsätzlich hier keine Einschränkungen gesehen hatte in Bezug auf diese Anforderungen.

00:13:09: Aber man muss natürlich auch rein praktisch sehen, je nachdem welches LMT man dann am Ende auswählt stellt ja zum Beispiel das Gating oder auch die Verlängerung der Frist.

00:13:22: Wenn man das jetzt bislang noch nicht vereinbart hatte sogar eine Besserstellung in Bezug auf die Liquidität da.

00:13:28: Da bislange hatte man ja nur die Möglichkeit der Aussetzung und wenn eine Liquiditätskrise kommt, dann hätte der Spezialfondsanleger sozusagen stände er für eine Aussetzung.

00:13:39: Jetzt hätte man eben die Möglichkeit, wenn man zum Beispiel das Gating einführt.

00:13:44: Dann eben zumindest einen gewissen Anteil zurückzubekommen oder dann zu einem späteren Zeitpunkt was ja bei einer Aussetzung viel länger wäre.

00:13:53: also insofern ist es im Prinzip eine Verbesserung sozusagen auch der Liquiditätssituation des Spezialfondsanligers.

00:14:01: Lassen Sie uns mal weggehen von den Anliegern und wieder hin zu den Formtypen.

00:14:05: Wir hatten hier schon Den Gelbmarktfonds, wir hatten den Spezialfonds.

00:14:09: Den Einanleger-Spezialfonds.

00:14:11: kommen wir mal zum LTIF Der LTIFI.

00:14:14: ein relativ neuer Fonds Typ sogar sehr neu hat ja seine Eigenendlichkeit Vorgaben.

00:14:21: Wie harmoniert das denn jetzt?

00:14:23: Das ist eine ganz spannende rechtliche Frage weil ein LTIFA ist im Prinzip auch ein IEF und ein IAF M ist verpflichtet für alle offenen IEFS zwei LMTS auszuwählen.

00:14:37: Nun haben wir aber eine alte Vorordnung und dazu noch eine delegierte alte Vorordnung, die zusätzliche Liquiditätssteuerungsmaßnahmen vorschreibt.

00:14:46: Wo letztendlich im Prinzip drin steht, da könnte ein LMT ausreichen?

00:14:51: Und jetzt ist natürlich die Frage was hat vorrang und wie geht man damit um?

00:14:57: Die EFAM hatte dazu auch mal ne Umfrage gemacht und da wurde festgestellt es bestehen absolut unterschiedliche Auslegungsansätze.

00:15:04: Wir haben gehört, dass die Barfin inzwischen in einer Einzelauskunft bereits gesagt hat auch ein LTIF benötigt zwei LMTs.

00:15:13: Ich hatte Gelegenheit letzte Woche mal mit einem Vertreter der CSSF in Luxemburg zu sprechen.

00:15:18: Der hatte noch keine abschließende Antwort.

00:15:21: aber auch wir haben gehört in Luxemburg hat schon einen offene LTIV die Aussetzung erklären müssen und dort wird man voraussichtlich das eher strenger sehen.

00:15:33: Gehen wir davon aus, dass das bestimmt demnächst auch noch mal offiziell geklärt werden wird.

00:15:38: Und dass dann sozusagen die LTIV-Verordnung zurücktritt und dann plötzlich auch für LTIFs nicht nur einer sondern zwei LMTs erforderlich sind?

00:15:47: Die Pharma übrigens für unsere Zuhörer ist der europäische Vomverband... ...und jetzt zu den Immobilienfonds!

00:15:54: Offene Immobilianfonds ja vielleicht das heißeste Eisen wenn es um das Thema Liquiditätsmanagement geht, die haben ja schon LMTS, die waren ja sozusagen die ersten mit LMT.

00:16:04: Die haben wir jetzt schon viele Jahre.

00:16:06: Wir haben eine Haltefrist von zwei Jahren und wir haben eine Kündigungsfrist von einem Jahr.

00:16:11: Endet sich dadurch jetzt was bei den offenen Immobilienfonds oder bleibt es bei diesen beiden

00:16:30: LMTs?

00:16:31: Deswegen sind wir seinerzeit auch sehr frühzeitig ins Gespräch mit Barfin und BMF getreten.

00:16:37: Und haben gesagt, na ja eigentlich reicht das ja aus und wir brauchen nicht noch einen Top etwas.

00:16:42: Aber – und da kommt das große aber – dieser Halte-und Rückgabefriss die wir vereinbart haben im KGB entspricht nicht dem Katalog der jetzt durch die AFM Richtlinie vorgegeben ist.

00:16:57: ist man hier seitens des BMFs auch formal rangegangen und hat gesagt eigentlich müsste man on top noch zwei draufpacken.

00:17:05: Soll das heißen, dass in dem Katalog weder die Halte noch die Rückgabe frisst?

00:17:10: Es steht was von einer Verlängerung der Rückgabefrist,

00:17:14: d.h.,

00:17:14: die einmal schon als langen Zeitdauer angedacht Rückgahbefrist ist als solcher, als LMT nicht anerkannt, zumindest nicht als Pflicht-LMT.

00:17:26: Die Haltefrist, auch die kennt man zwar unter der älte Verordnung als LMT aber nicht als Pflichtkatalog unter der IFM-Richtlinie.

00:17:36: Das war eben das Problem und wir hatten seinerzeit dann mit dem BMF gesprochen und das BMF ist dann darauf eingegangen dass man gesagt hat mit dieser Verpflichtung auszusetzen wird sozusagen schon die Verlängerung der Rückgabefrist fingiert.

00:17:55: Deswegen können wir da schon mal einen Haken dran machen, sodass jetzt im Gesetz verankert ist ein offenes Immobilienpublikums-Sondervermögen braucht im Prinzip nur noch ein zusätzliches LMT.

00:18:08: Weil dann die Kündigungsfrist eben doch anerkannt wird?

00:18:11: Genau!

00:18:11: Zumindest von der Bafin auch wenn sie nicht in dem Esmerkatalog steht.

00:18:15: Richtig, genau.

00:18:17: Eine letzte Frage noch zu den Rückgabeggebühren.

00:18:21: Da gab es eine sehr spannende Diskussion über die Frage, ob sie immer greifen sollen oder erst ab einem bestimmten Schwellenwert.

00:18:31: Könnten Sie das nochmal erklären?

00:18:33: Und was spricht für immer und was spricht Für eine Schwelle?

00:18:38: Die ESMA hat in den Leitlinien vorgegeben auch solche ADTs können durchaus unter normalen Marktbedingungen erhoben werden.

00:18:50: Also es gibt überhaupt keine Stresssituation.

00:18:52: Es gibt keine Stressssituation, kein Liquiditätsproblem

00:18:55: weit und breit.

00:18:56: Richtig!

00:18:57: Aber

00:18:57: ich erhebe trotzdem eine Rückgabegebühr.

00:19:00: Genau das heißt ich kann eben dann bei jeder Rückgaber sozusagen die Gebühr erheben.

00:19:06: Das muss natürlich auch in den Anlagebedingungen klar geregelt sein.

00:19:11: Und was soll das bringen?

00:19:12: Der Vorteil ist natürlich dass man die Anleger im Fonds verbleiben letztendlich vor Rückgaben oder vor erhöhten Transaktionskosten schützt, weil ja die Gebühr dann sozusagen diese Transaktionskosten ausgleichen soll und die dann am Ende nur der rückgebende Anleger zu zahlen hat.

00:19:32: Das ist die eine Lösung.

00:19:34: muss man sich natürlich gut überlegen ob das Sinn macht.

00:19:37: Ob der Kunde das haben will?

00:19:38: Genau!

00:19:39: Und das andere ist eben ich erhebe dann die Gebür tatsächlich nur in Stresssituation Und dafür wird man typischerweise in der Praxis einen Schwellenwert festlegen.

00:19:50: Das heißt aber nicht, dass ich zwangsläufig bei Überschreitungen des Schwellenswertes dann auch verpflichtet bin die Gebühr zu erheben sondern ich muss dann immer noch mal schauen habe ich genug Liquidität?

00:20:00: wenn sie vorhanden ist muss sich die Gebühren nicht ziehen Sondern kann mich auch dagegen entscheiden.

00:20:06: Auch da ist sicherlich wieder der Fokus Liquiditätssteuerung und Inwieweit belaste ich vielleicht die bestehenden Anleger mit solchen Transaktionskosten, die möglicherweise entstehen können?

00:20:20: Wie machten denn unsere Kollegen im europäischen Ausland das?

00:20:25: Das gilt ja überall.

00:20:26: Also wir reden jetzt die ganze Zeit über die BAFIN.

00:20:28: Wir reden auch über deutsche Spezialitäten wie den Spezialfonds und den offenen Immobilienfonds.

00:20:35: Das ist schon jetzt ein bisschen sehr Richtung deutscher Gesetzgebung gewesen, aber trotz allem AIF-MD gilt europaweit.

00:20:43: Wie weit stehen die Kollegen im Ausland?

00:20:45: Ja das ist eine ganz spannende Frage weil noch nicht alle EU-Mitgliedsstaaten tatsächlich den AIF am Derivio umgesetzt haben.

00:20:53: in Österreich zum Beispiel hat man noch nicht mal einen Umsetzungsgesetz d.h.

00:20:57: dort verlangt zwar wohl die Aufsicht jetzt auch schon die LMT's aber es gibt noch keine gesetzliche Grundlage dafür.

00:21:04: Und wir sehen auch hier durchaus Unterschiede in den aufsichtsrechtlichen Anforderungen.

00:21:11: Zum Beispiel mussten wir ja jetzt auch die Anlagebedingungen und auch die Prospekte entsprechend anpassen, aber zeitgleich gibt es ja auch noch das Pripskit.

00:21:21: Da haben die ESAS vor Jahren schon gesagt – auch die LMTs müssen im PripsKit genannt werden Und das ist jetzt bei einigen auch noch nicht aufgegangen, dass man die Pripskits anpassen muss.

00:21:33: Das sehen wir gerade im Moment, dass in Deutschland alle Prips-Kits angepasst wurden aber von Stia aus dem Ausland hier zum Beispiel nach Deutschland hineinvertrieben werden, die Pribskits nicht angepassten haben.

00:21:46: und auch die Frage haben wir durchaus an die Barfien weitergegeben wie geht man denn mit solchen Umständen um wenn im Ausland die Vertriebsregeln oder Verkaufsunterlagen noch gar nicht entsprechend angepasste?

00:21:57: dürfen die dann hier in Deutschland vertrieben

00:21:59: werden.

00:22:00: Und was sagt die Bafin?

00:22:01: Wir

00:22:01: haben noch keine Antwort.

00:22:02: Auch wieder keine Antworten.

00:22:04: hat er noch einmal, dass wir bald

00:22:05: viele

00:22:06: Antworten von der BAFIN bekommen?

00:22:07: weil die Frage ist ja nur wirklich spannend, weil daran hängt ja der gesamte grenzüberschreitende Vertrieb

00:22:12: Genau!

00:22:12: Wir hoffen das jetzt im Rundschreiben final geklärt wird.

00:22:17: Das ist eine extrem interessante Antwort auf die wir da warten von der Bafinn.

00:22:23: Letzte Frage Peggy Jetzt haben wir mindestens zwei LMTs.

00:22:27: bei echten offenen Immobilienfonds sind es ja eigentlich drei.

00:22:31: Ist das jetzt das Ende von Liquiditätsstress?

00:22:34: Wird das jetzt für immer und die ewigen Fondschließungen verhindern?

00:22:38: Meine persönliche Einschätzung, wenn wir wirklich einen großen Crash haben werden auch die LMTs nicht helfen.

00:22:46: also dass ist vielleicht für kurzfristige Veränderung am Markt sicherlich ein Thema wo das unterstützen kann und wo man auch steuerend eingreifen kann.

00:22:56: aber Bei ganz großen Krisen werden auch solche LMTs am Ende nicht erschützen.

00:23:03: Das glaube ich auch, es schützt vor kleinen Krisen und es schärft das Bewusstsein.

00:23:08: Das dürfen wir ja nicht vergessen, vor zehn Jahren gab's praktisch gar nix.

00:23:13: Das ist sicherlich gut, auch wenns jetzt in der Umsetzung schon sehr aufwendig ist.

00:23:18: aber im Falle einer wirklich großen Krise würde uns das auch nicht retten.

00:23:23: Herzlichen Dank Peggy!

00:23:24: Es war wieder einmal sehr interessant mit Ihnen.

00:23:27: Sie, liebe Zuhörer, fanden es hoffentlich auch interessant.

00:23:29: Ich verabschiede mich von Ihnen und bis zum nächsten Mal!