Brauchen wir neben Bargeld, Mastercard, Visa und Paypal noch einen digitalen Euro?
Shownotes
Thomas Richter spricht in der neuen Folge des Podcasts „Nachdenken“ mit Burkhard Balz, Vorstandsmitglied der Deutschen Bundesbank, über die strategische Bedeutung des digitalen Euro für die EU und die Auswirkungen im Alltag der Bürger. Hören Sie Antworten u. a. auf diese Fragen: Worin unterscheidet sich der digitale Euro vom Geld auf dem Konto? Was bedeutet die derzeit diskutierte Haltegrenze von 3.000 Euro? Kann die EZB nachvollziehen, was ich wo bezahle? Wie soll das Zusammenspiel zwischen Banken und digitalem Euro aussehen?
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00:00:13: Hallo liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, herzlich willkommen zu unserer neuen Podcast-Folge.
00:00:19: Ich habe heute ein Thema, das sich mit einem sehr interessanten Menschen besprechen kann und es auch in der letzten Zeit immer wieder durch die Medien geht – nämlich den digitalen Euro!
00:00:29: Und ich bin sehr glücklich, Burka Balz Mitglied des Vorstands der Deutschen Bundesbank zu diesem Podcast begrüßen zu dürfen, hallo Herr Balz.
00:00:38: Ich
00:00:40: stelle sie erst mal vor, die meisten werden Sie wahrscheinlich schon kennen.
00:00:44: Aber dennoch – Sie waren lange Zeit also genau neun Jahre Mitglied des Europäischen Parlaments und da haben wir uns auch kennengelernt.
00:00:52: Sie war damals Koordinator der EVP-Fraktion im Econ, also im Wirtschafts- und Währungsausschuss für die EVP und damit einer der einflussreichsten Finanzpolitiker in Brüssel.
00:01:09: Und seit dem ersten September, sind Sie bei der Bundesbank und dort Mitglied des Vorstands.
00:01:15: In Ihren Zuständigkeitsbereich fällt nun auch der digitale Euro.
00:01:21: Jetzt erlauben Sie mir mal bitte die Frage... Was ist eigentlich digitales Geld?
00:01:27: Wenn ich Überweisungen bei meiner Direktbank mache, dann ist das doch alles digital!
00:01:33: Dann habe ich doch auch alles elektronisch überwiesen von meinem Konto nach irgendeinem anderen Konto.
00:01:39: Also grundsätzlich richtig, dass natürlich auch das Geld was auf Konten bei Banken liegt digitales Geld ist übrigens eine der häufigsten gestellten Fragen.
00:01:51: insofern passt es zum Eingang unseres heutigen Gespräch ganz gut wenn ich öffentlich über den digitalen Euro spreche dann fragen eben Teilnehmer dieser Runden Was ist eigentlich der Unterschied, wenn ich online zu Hause bezahle von meinem Konto überweise zu einem digitalen Euro?
00:02:11: Es ist in der Tat so dass wir hier zwei verschiedene Formen von Geld haben.
00:02:15: Einmal hier Geschäftsbankengeld das Geld was eben auf den Konten liegt.
00:02:19: und der digitale Euro soll eben zukünftig von der Zentralbank herausgegeben digitales Zentralband Geld sein.
00:02:28: in einer Zeit der wir ja immer digitaler leben, ist es aus unserer Sicht eben auch wichtig dass die Zentralbank hier eine digitale Form unserer Währung unseres Geldes anbietet.
00:02:42: Zentralbangeld heute steht den Menschen, Bürgerinnen und Bürgern bloß in Form von Bargeld zur Verfügung und wir alle wissen das die Nutzung von Bargelt eben rückläuschig ist.
00:02:55: Also wenn ich das zusammenfasse Es gibt nur eine Währung, nämlich den Euro.
00:03:00: Aber künftig in zwei Formen.
00:03:03: Einmal dem Euro der Geschäftsbanken und einmal dem Euro von der Zentralbank.
00:03:08: Genau also wir haben Geschäftsbankengeld und auf der anderen Seite eben Zentralbankengeld.
00:03:15: Beides aber eben natürlich in unserer Währungen dem Euro.
00:03:19: Zentral Bankengeld selber wird eben von der Zentralbank herausgegeben.
00:03:24: es ist für die... Bürgerinnen und Bürger nur bislang in Form von Bargeld eben möglichst Zentralbankengeld zu haben, alles andere ist eben Geschäftsbankengeld.
00:03:36: Jetzt stelle ich mir natürlich die Frage wenn ich künftig die Möglichkeit habe mit Zentralbankengeld bezahlen oder mit Geschäftsbankengelt.
00:03:45: wozu brauche ich denn eigentlich das Zentral Bankengeld?
00:03:47: Es funktioniert doch heute schon alles ganz wunderbar mit dem Geschäftsbackengeld.
00:03:51: also ich kann ja mit Karte überall bezahlen.
00:03:55: Aus meiner Sicht ist es eben so, dass der digitale Euro unser aller Leben einfacher und sicherer machen wird.
00:04:05: Wir haben ja gerade schon über Girokonten und das Geschäftsbankengeld gesprochen.
00:04:09: die meisten Deutschen besitzen mehrere Giro-Konten oder auch GiroCars also das nationale Zahlungsverkehrssystem.
00:04:18: Die meisten Deutschen nutzen die Kreditkarten, wie Sie es richtigerweise gesagt haben.
00:04:22: Und oftmals eben auch Dienste wie Paypal oder Klana.
00:04:26: aber bei verschiedenen Konten und Karten und auch Sicherheitsverfahren kann das eben dann auch leicht unübersichtlich werden.
00:04:34: Mit dem digitalen Euroerrichter werden sie zukünftig eine einzige Geldbörse haben.
00:04:44: Überall in Europa diese Geldwörse nutzen können, egal ob sie im Laden Einkaufen online bestellen oder auch nur einem Freund Geld schicken wollen.
00:04:53: Und Sie werden eben nicht mehr zwischen verschiedenen Karten konnten und Zahlungsdienste hin- und herwechseln müssen.
00:04:59: Aus meiner Sicht wird es übersichtlicher und leichter zu bedienen sein.
00:05:05: Was mir wichtig ist der digitale Eurowert wie Bargeld sein?
00:05:08: Nur digital das bedeutet er wird sicher Gebühren freien der Nutzung und vor allen Dingen immer verfügbar sein, auch wenn mal etwas mit dem Internet nicht funktioniert.
00:05:20: Wichtig ist deswegen uns im Euro System die geplante Offline Funktionalität.
00:05:25: Sie soll eben Zahlungen ermöglichen selbst wenn keine Internet oder auch Mobilfunkverbindung besteht Und wir beide wissen dass das ja leider häufiger noch Nicht nur in Deutschland aber auch in Europa der Fall ist.
00:05:41: Was mir sonst auch wichtig ist, der digitale Euro wird sicherlich dafür sorgen dass wir in Europa unabhängiger werden.
00:05:50: Weil wir eben nicht mehr so stark auf andere Zahlungsdienste aus anderen Ländern angewiesen sind wie zum Beispiel die großen Kreditkartenfirmen aus den USA oder auch PayPal.
00:06:02: Ja das kann ich gut nachvollziehen europäische Unabhängigkeit gegenüber amerikanischen Zahnungsdienstleistern und es ist ja auch der Grund warum Die Zentralbanken, also die EZB oder auch die Bundesbank dieses Projekts zutreiben.
00:06:15: Denn an sich gäbe es ja auch schon private Initiativen wie zum Beispiel Vero, die von europäischen Geschäftsbanken ausgehen und auch digitales Geld einführen.
00:06:26: Das ist absolut richtig!
00:06:28: Zunächst einmal die privatwirtschaftlichen Initiativen, sie hatten jetzt Vero gerade genannt sind sicherlich ein wichtiger Baustein.
00:06:36: Sie zielen auch auf eine pan-europäische Erreichbarkeit und die Bundesbank, ich auch persönlich unterstützen solche Vorhaben ausdrücklich.
00:06:46: Aber trotzdem bleibt hier eine Lücke!
00:06:48: Bisher gibt es eben keine einheitliche europäische digitale Zahlungslösung für den gesamten Euroraum und für alle Zahlungssituationen.
00:06:58: Vero ist zumindest jetzt nur in fünf Euroländern aktiv.
00:07:05: Der Fortschritt, das würde ich allerdings auch sagen für Deutschland ist jetzt dass nun auch die Commerzbank bei Vero mitmacht und damit im Grunde genommen der gesamte deutsche Bankenmarkt also die Sparkassen wie Volks- und Reifeisenbanken.
00:07:17: Die Deutsche Bank, die Commersbank und ING eben jetzt bei Viro mit aktiv sind.
00:07:24: Mit Viro sind derzeit Zahlungen von Person zu Person und Onlinezahlung möglich.
00:07:29: Das Bezahlen an der Ladenkasse soll ab dem nächsten Jahr möglich sein.
00:07:33: Tatsache ist aber eben auch die Privatwirtschaft, hat es seit der Einführung des Euro nicht geschafft eine gesamteuropäische Zahlungslösung anzubieten mit der man in allen Alltagssituationen zahlen kann.
00:07:47: Wir haben nach wie vor und wir sprechen ja über fast drei Jahrzehnte einen Flickenteppich aus verschiedenen Zahlungs Lösungen für unterschiedliche Anwendungsfälle in Europa.
00:07:58: Es gab ja mal Euro-Kart.
00:08:01: Ja, das war eine große Chance bis dann die Kreditwirtschaft entschieden hat im Grunde genommen die Euro-Card zu verkaufen.
00:08:08: Mastercard hat sich gefreut und das damals übernommen.
00:08:12: Die Markenrechte sind nach Schweden verlaufen aber das war im Grund genommen ein Ansatz für eine echte gesamteuropäische Zahlungslösung.
00:08:19: Aber da haben wir dann leider am Ende in Europa aus Europa heraus nicht den Mut gehabt wie konsequent weiter zu entwickeln.
00:08:27: Ich will in diesem Zusammenhang auch sagen, dass rund zwei Drittel aller Transaktionen Europa über die US-amerikanischen Anbieter laufen und das ist natürlich gerade im Lichte der aktuellen geopolitischen Lage eine viel zu große Abhängigkeit in einem systemrelevanten Bereich wie dem Zahlungsverkehr.
00:08:47: aber ich will nochmal betonen private Initiativen sind ein wichtiger Baustein der Lösung Reichen aber allein nicht aus, um strategische Autonomie im Zahlungsverkehr dauerhaft zu sichern.
00:08:59: Und genau hier, genau hier setzt ihr der digitale Euro an auf einer öffentlich bereitgestellten Infrastruktur können private Anbieter wie Vero eben auch ihre eigenen Lösungen entwickeln, ausrollen und auch miteinander verknüpfen.
00:09:15: klarer gesagt ich erwarte und hoffe sehr dass eben zum Beispiel diese privaten Lösungen wie Vero, wie Europa in Südeuropa die Lösung in den nordischen Ländern am Ende auch enge Partner des Eurosystems und damit eben auch für den digitalen Euro werden.
00:09:35: Das wünsche ich mir ja – ich denke – am Ende ist es so, dass ein digitaler Euro nicht mit dem privaten Initiativen konkurriert sondern eben Vero und den anderen europäischen Angeboten am Ende eine stabile europäische Basis wird geben können.
00:09:52: Also Banken- und Zahlungsdienstleiste werden dann im künftigen System eine parallele Rolle spielen zu den Zentralbanken, und sollen auch dabei helfen die Infrastruktur für den digitalen Euro einzuführen.
00:10:09: Habe ich das richtig verstanden?
00:10:11: der digitale Euro entsteht eben im Zusammenspiel zwischen Eurosystem und dem privaten Finanzsektor.
00:10:19: Eins ist für mich klar, nämlich die Rollenverteilung.
00:10:23: Die Zentralbanken werden zukünftig eine digitale Euro ausgeben und betreiben die zentrale Infrastruktur.
00:10:30: Die Banken- und anderen Zahlungsdienstfleister sind die Schnittstelle zu den Nutzerinnen Nutzern also den Bürgerinnen und Bürgern.
00:10:37: Sie eröffnen die Konten für den Digitalen Euro integrieren ihn in ihre Apps, was ganz wichtig ist und wickeln die Zahlungen ab.
00:10:47: Für die Banken bedeutet das sie bleiben erste Anlaufstelle für Privatpersonen-, Handel- und Unternehmen.
00:10:55: Sie bieten grundlegend für Nutzung des digitalen Euros notwendige Dienste an etwa für Zahlungen im Handel online oder zwischen Privatpersonen.
00:11:07: Was mir noch wichtig ist auch, dass sie darüber hinaus zusätzliche Dienstleistungen entwickeln können.
00:11:14: Zum Beispiel bedingte Zahlung andere Mehrwertdienste.
00:11:18: Ich glaube das ist eben auch insgesamt für die Bankenlandschaft wichtig weil Sie hier eigene Business-Modelle kreieren können.
00:11:28: was ich auch in diesem Zusammenhang erwähnen möchte, dass das Verhandlungsmandat des RATES auf europäischer Ebene ja auch den Bedenken der Kreditwirtschaft Rechnung trägt.
00:11:40: Darauf wollte ich gerade eingehen Herr Walz, also die Begeisterung der Banken damit zu helfen hält sich ja in Grenzen unter anderem deswegen weil sie fürchten das Einlagenabfließen bei ihnen und in den digitalen Euro gehen?
00:11:54: Natürlich nehme ich solche Sorgen sehr ernst.
00:11:57: wir sprechen regelmäßig von Bundesbankseite aber auch EZB Seite mit den Banken.
00:12:05: Ich kann Ihnen sagen, dass ich die Sorgen der Kreditwirtschaft außerordentlich ernst nehme.
00:12:10: Weil unser Finanzsystem funktioniert gut und Banken sollen auch künftig eine zentrale Rolle bei der Kreditvergabe an die Wirtschaft spielen.
00:12:19: Der digitalere Euro ist deshalb ausdrücklich als Zahlungsmittel des täglichen Bedarfs konzipiert nicht als Anlageinstrument was Sie als BVI Vertreter sicherlich in besonderen Maße interessieren wird.
00:12:33: Für mich sind drei Elemente zentral, einmal das Thema Nicht-Verzinsung.
00:12:38: Gut haben mit digitalen Euro sollen wie Bargeld unverzins sein.
00:12:42: Das macht ihn weniger attraktiv als Anlageform.
00:12:45: Dann das Thema der sogenannten Haltengrenzen.
00:12:48: betragsmäßige Obergrenzen für die Bestände sind jetzt vorgesehen.
00:12:53: Die Nutzerinnen und Nutzern eben dann auch zukünftig in digitalen Euros halten können.
00:13:00: Dadurch sollen eben übermäßige Abflüsse von Bankeinlagen verhindert und die Stabilität unseres Finanzsystems auch in Krisenzeiten gewahrt werden.
00:13:10: Die genaue Höhe dieser Haltegrenzen wird im Zusammenspiel zwischen der Europäischen Zentralbank und dem Rat auf europäischer Ebene festgelegt, aber das will ich auch sagen Analysen des Eurosystemes und auch unseres Hauses der Bundesbank zeigen dass bei Beispiel nach angenommenen Haltegrenzen etwa in einer Größenordnung von dreitausend Euro pro Person Auswirkungen auf die Sequidität im Bankensektor und die Finanzstabilität begrenzt bleiben.
00:13:40: Und dann der dritte Punkt, der mir hier wichtig ist – Die Verknüpfung des digitalen Eurokonto mit einem Bankkonto.
00:13:49: Ein Konto für den digitalen Euro kann mit einem bankkonto verknüpft werden.
00:13:55: Wenn eine Zahlung rechnerisch die individuelle Haltegrenze überschreiten würde, werden überschüssige Beträge automatisch auf das Bankkonto des Empfängers zurückgeführt und umgekehrt können Fehlbeträge vom Bankkontor auf das digitale Euro-Konto nachgeführt werden.
00:14:11: Sofern dort ausreichend Guthaben vorhanden ist.
00:14:16: Aus Sicht der Nutzerinnen und Nutzer läuft es im Hintergrund.
00:14:18: Zahlungen bleiben reibungslos möglich und gleichzeitig werden eben strukturelle Umschichtungen von Einlagen begrenzt.
00:14:27: Analysen des Euro-Systems kommen hier zu dem Ergebnis, dass diese Kombination potenzielle Risiken für die Stabilität des Finanzsystemes und die geldpolitische Umsetzung wirksam begrenzen werden.
00:14:40: Das sind also die drei wesentliche Elemente Nichtverzinsung, Heitegrenzen und auch die Verknüpfung des digitalen Eurokontos mit dem jeweiligen persönlichen Bankkonto.
00:14:52: Hört
00:14:52: sie Nachfrage zu den Haltegrenzen?
00:14:55: Sie sprachen von drei tausend Euro.
00:14:58: Ist das schon fest?
00:15:00: Das ist ausdrücklich noch nicht festgelegt.
00:15:03: Die dreitausend Eurer habe ich beispielhaft genannt, weil mein Kollege Fabio Panetta der frühere Zahlungsverkehrsvorstand der Europäischen Zentralbank in einer Anhörung im europäischen Parlament, im Wirtschafts- und Währungsausschuss, im Ekon eben einmal diese Summe genannt hat.
00:15:21: keine Indikation sein.
00:15:23: Am Ende wird das eben wie gesagt durch EZB und Europäischen Rat festgelegt, wie wir dann mit den Haltegrenzen verfahren wollen?
00:15:32: Und da wird dann sicherlich eine Summe benannt werden.
00:15:37: Noch eine Frage zur Anwendung des digitalen Euros.
00:15:41: Sie sprachen von dem Zahlen an der Ladenkassel.
00:15:45: Dann soll es auch im Geschäftsverkehr also Wholesale möglich sein den digitalen Euro zu wählen.
00:15:51: Das ist ein ganz wichtiger Punkt.
00:15:53: Ich persönlich, unser Haus die Bundesbank, wir waren von Anfang an der Meinung dass wir eben eine Wholesale Produkt hier auch brauchen.
00:16:05: deswegen arbeitet das Eurosystem parallel zu diesen Arbeiten am retail digitalen Euro an Lösungen für den Finanzmarkt was wir in der Tat als Wholesales CVDC bezeichnen.
00:16:18: Diese Lösungen in dem Bereich richten sich ausschließlich an Finanzinstitut und Dienen der Abwicklung großer Finanzmarkttransaktion mit neuen Technologien, wie etwa der Distributed Ledger-Technologie.
00:16:30: Etwa im tokenisierten Wertpapier Markt.
00:16:34: Die EZB hat dir für einen Zweigleisigen Ansatz vorgestellt.
00:16:38: Ende des dritten Quartals zwanzig sechsundzwanzig soll unter den Projekten am Pontes also Brücken zunächst eine kurzfristige und pragmatische Lösung im Haushälbereich vorgestellt werden und bereitgestellt werden, die dann eine Anbindung von DET-Systemen an die bisherigen Zahlungsverkehrssysteme also vor allen Dingen auch ein Target Services ermöglicht.
00:17:01: Unter dem Namen APIA benannten einer der wichtigsten Verkehrsadern des römischen Reiches.
00:17:08: aber ich bin noch nicht so sicher ob hier wirklich alle Wege nach Rom führen können auch nach Frankfurt nach Paris nach Amsterdam oder in andere europäische Hauptstädte führen.
00:17:18: Aber Apia ist eben der Name, soll eben zusätzlich eine langfristig und global kompatible Lösung entwickelt werden.
00:17:27: bei beiden Projekten also Pontis und Apia setzen wir auch auf die Expertise des Marktes, also Bankenzahlungsverkehrsdienstleist.
00:17:36: Da sind bei der Entwicklung im Häusheilbereich unmittelbar mit dabei.
00:17:42: Also der digitale Wholesale Euro käme ja dann auch in Frage für KVGs.
00:17:47: Genau, das ist auch wie bei Errichter die Erwartungshaltung des Marktes nicht nur vom Banken- und Saalungsadversdienstleister sondern genau eben auch von KVGs anderen Marktteilnehmern.
00:18:01: und deswegen arbeiten wir eben auch mit Hochflug daran, dass wir hier mit einer ersten Version des Ende des dritten Quartals diesen Jahres dann auch handlungspfähig und lieferfähig sind.
00:18:14: Eine ganz andere Frage denn bei den KVGs bin ich eigentlich zuversichtlich das die das Geld anwälten werden.
00:18:21: weniger bin ich dazu versichtlich bei dem Privatleuten.
00:18:26: Wie sieht es denn eigentlich aus mit den vertrauenden Bürger?
00:18:29: Wie sieht's aus mit dem Themenkomplex Datenschutz?
00:18:32: und wie siehts aus mit der Abschaffung des Bargeldes, die da ja immer wieder im Hintergrund genannt wird?
00:18:38: zum Datenschuss.
00:18:39: Also kann dann die EZB sehen was ich wo bezahlen?
00:18:43: Der Datenschuß ist sicherlich ein besonders wichtiges Thema insbesondere das würde ich auch sagen bei uns im Land also hier in Deutschland.
00:18:52: Auch hier neben ich den Schutz der Privatsphäre außerordentlich ernst, das Eurosystem und mal gleich Ihre Frage direkt zu beantworten kann nicht sehen.
00:19:02: Wofür einzelne Nutzer und Nutzer ihre digitalen Euros zukünftig ausgeben?
00:19:08: Der digitale Euro wird dem Grundsatz folgen.
00:19:11: Dem Grundsatz der Datensparsamkeit und einem zweistufigen Datenschutzkonzept.
00:19:18: Bei den Online-Zahlungen wird eine Identitätsprüfung und natürlich auch die gesetzlich vorgeschriebenen Kontrollen zur Verhinderung von Geldmische und Terrorismusfinanzierung erfolgen.
00:19:30: Übrigens wie heute, das werden dann die Banken und Zahlungsdienstleister machen bei denen das Konto für den digitalen Euro geführt wird.
00:19:38: Das Eurosystem selber hält nur pseudonymisierte Transaktionsdaten.
00:19:43: Die Kundendaten selber verbleiben bei Banken und Zahlungsdienstleistern, ehrlicherweise von meiner Seite ausgesagt da wo sie auch hingehören.
00:19:54: Bei den Offline-Zahlungen werden die Zahlungsinformationen direkt zwischen dem Zahler und dem Empfänger ausgetauscht ohne Internetverbindung.
00:20:05: Zahlungsdiesleister hätten keine einzelnen Transaktionsdaten sondern soweit eben eines der Geräte wieder online ist nur zusammengefasst bzw technische Informationen zur Synchronisation und zur Begrenzung von Missbrauchsrisiken.
00:20:21: Einzelne Offlinetransaktionen werden somit nicht offen gelegt, auch nicht gegenüber der Bank oder dem Euro-System.
00:20:30: Und um hier eben auch Geldwäsche und Sicherheitsrisiken zu begrenzen wird es separate Obergrenzen für Offlinegut haben oder bei den einzelnen Transaktionen geben.
00:20:41: Der letzte Punkt in diesem Zusammenhang gegenüber den privaten Unternehmen sind die Daten ebenfalls geschützt.
00:20:48: Zahlungsdienstleister dürfen Daten nur im gesetzlich erforderlichen Umfang verarbeiten und eine weitergehende Nutzung ist nur mit außergeheuer Zustimmung der Kundinnen und Kunden möglich.
00:21:01: Und die Abschaffung des Bargelds, ist das jetzt der erste Schritt dazu?
00:21:05: Nein!
00:21:06: Das wissen wir beide lieber Herr Richter.
00:21:09: abgesehen davon Ich bin nicht nur bei uns im Vorstand für den digitalen Euro zuständig, sondern auch das Bargeld.
00:21:17: Und deswegen der digitale Euro soll Bargeld ergänzen aber eben nicht ersetzen.
00:21:22: Weder die Bundesbank noch das Eurosystem wollen das Bar Geld abschaffen.
00:21:26: wir wollen dass jeder und jede oder die lieber mit Bargeld zahlen möchte dies auch künftig unangeschränkt tun kann.
00:21:34: Deswegen begrüßen wir es auch sehr, dass auf europäischer Ebene kein einzelnes Gesetzeswerk jetzt zum digitalen Euro gibt.
00:21:43: Sondern das eben ein einheitlicher Währungsrahmenvorschlag von der Kommission hier gekommen ist.
00:21:50: dieser geplante Rechtsrahmen präzisiert und stärkt den Status von Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel und soll die Annahme vom Bargeld im Zahlungsverkehr zukünftig absichern.
00:22:03: Parallel!
00:22:04: arbeitet das Euro-System an einer neuen Eurobanknotenserie und die Bundesbank selber engagiert sich mit Maßnahmen wie dem Nationalen Bargeldforum für eine verlässliche Bargeldversorgung.
00:22:17: Auch wir investieren in die Bargeldinfrastruktur, werden vier neue Filialen in den nächsten Jahren in Deutschland bauen, die eben dann sehr stark natürlich im Rahmen der Bargeldversaugung eingesetzt werden sollen.
00:22:32: Also um es zusammenzufassen Digitaler Euro und Bargeld sollen gleichberechtigt als gesetzliche Zahlungsmittel nebeneinander stehen.
00:22:40: Sie sprachen die rechtlichen Rahmenbedingungen, an denen Europa geschaffen werden müssen dazu.
00:22:46: Das bringt mich zu meiner letzten Frage nämlich wie sieht es mit dem Zeitplan aus?
00:22:50: Sie haben schon einiges angesprochen aber wann können wir damit rechnen dass die grundlegenden Rahmenbedingerungen festlegen und dann auch tatsächlich Retail oder Wholesale mit dem digitalen Euro bezahlt werden kann.
00:23:07: Man muss sicherlich schauen, wie der aktuelle Stand ist.
00:23:11: Hier muss man sicherlich zwischen politischem Prozess und der technischen Umsetzung unterscheiden.
00:23:18: Ich will mal mit der Politik anfangen!
00:23:21: Die Europäische Kommission hat ja im Juni zwanzig dreiundzwanzig das einheitliche Währungspaket vorgelegt Verordnungsvorschläge zum digitalen Euro und eben die Neuregelung des Rechtsrahmens für das Euro-Bargeld.
00:23:35: Hier ist eben das Ziel, das hatte ich gerade schon gesagt, das Zusammenspiel von Bargeld um digitalem Euro zu regeln und auch zukünftig die Koexistenz zu sichern.
00:23:46: Der Rat hat jetzt vor Weihnachten, dass Verhandlungsmandat angenommen.
00:23:51: Damit liegt eine abgestimmte Ratsposition vor.
00:23:54: Im Europäischen Parlament laufen gerade die Beratungen, der zuständige Ausschuss hat einen Berichtsentwurf vorgelegt und das Parlament hat sich im Rahmen des EZB Jahresberichtes grundsätzlich positiv zum digitalen Euro geäußert.
00:24:09: Die Abstimmung über konkrete Endlerungsanträge werden für Mai also in circa anderthalb Monaten erwartet.
00:24:18: Die Annahre folgt noch der Theolog zwischen Parlament, Rat und Kommission.
00:24:23: Der Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens selber hängt natürlich vom Verlauf dieser Verhandlungen ab.
00:24:28: aus heutiger Sicht rechne ich aber mit einem Abschluss bis Ende zwanzig sechsundzwanzig.
00:24:35: Und dann habe ich ja gesagt neben dem politischen Prozess müssen wir eben auch schauen was die technische Umsetzung anbetrifft.
00:24:42: Wir hatten von zwanzig-einundzwanzig bis zwanzi-dreiundzwanzig im Eurosystem die Untersuchungsphase, in der grundlegende Frage zur Ausgestaltung und zu den Auswirkungen analysiert wurden.
00:24:53: Dann begann Ende zwanzich dreiundzwantzig die sogenannte Vorbereitungsphase.
00:24:59: Ergebnisse waren hier unter anderem ein erster Entwurf des Regelwerks für den digitalen Euro die Konzeption der zentralen Service-Plattform Analysen zu Nutzerbedürfnissen und Marktstrukturen sowie auch die Auswahl der externen technischen Anbieter.
00:25:17: Dann hat Ende Oktober, den EZB Rat, beschlossen in die nächste Projektphase überzugehen – die sogenannte Technical Readiness Phase.
00:25:28: Und jetzt geht es eben um den Aufbau der Infrastruktur, um Tests, um die Pilotierung und die weitere Abstimmung mit den Marktteilnehmern.
00:25:36: Und wenn das alles planmäßig verläuft, könnte das Euro-System ab dem zweiten Halbjahr, Jahr zwanzig, siebenzwanzig mit einer Pilotierung erster Transaktion beginnen – und ab zwanziger, neunundzwanziger – und das ist, glaube ich, die Jahreszeit, die Sie hören wollten?
00:25:52: Genau!
00:25:53: Die werden für eine mögliche Erstausgabe dann bereit sein.
00:25:59: Also neun und zwanzige noch drei Jahre und dann kommt der digitale Euro.
00:26:03: Das hoffe ich doch sehr.
00:26:05: Ich danke Ihnen ganz herzlich für dieses sehr faktenreiche und informative Gespräch, vielen Dank dafür!
00:26:12: Ich wünsche Ihnen weiter viel Erfolg bei der Einführung des Digitalen Euro und Ihnen lieben wir zu Ihrer.
00:26:18: Danke ganz herzlich for Ihre Aufmerksamkeit bis zum nächsten Mal.